Kekse

Unsere Website setzt nur technisch notwendige Cookies ein; zur Analyse von Besuchern werden diese nicht eingesetzt. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Da wir zeitweise Vidoes einbinden, die auf YouTube gehostet sind, werden ggf. Cookies gesetzt, auf die wir keinen Einfluss haben. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung von Google.

Gebaut für's Rad

So sieht eine Stadt aus, die für das Rad gebaut wurde. Das niederländische Houten (sprich "Hauten") wurde konsequent als Fahrradstadt gebaut. Die Stadt entstand auf dem Reisbrett als Wohnstadt für Pendler*innen aus dem ca. 20 km nördlich gelegenen Utrecht. Das ehemalige Dorf zählt heute ca. 50.000 Einwohner*innen.

Das Verkehrskonzept in Houten:

  • entwickelt in den 1970ern vom Stadtplaner Robert Derks
  • Ein verzweigt angelegtes autofreies Radwegenetz (Fietsnet) mit konsequenter Vorfahrtberechtigung an Kreuzungen: Acht nummerierte und farblich gekennzeichnete Radrouten führen durchs Stadtgebiet. An jedem Laternenpfahl klebt ein Routenaufkleber. An jeder Kreuzung hängt eine Karte inkl. QR-Code, mit dem man sich leicht online verorten kann. Die Kartendarstellung ist an einem Linienplan orientiert, ähnlich wie der metrominuto in Pontevedra)
Fietsnet Houten
  • Alle Schulen sind in das Radwegenetz eingebunden
  • "Autofilter" (also Straßen, die für den Fuß- und Radverkehr passierbar sind, nicht aber fürs Auto) verursachen Umwege für den PKW. Der Weg von einem Viertel ins andere geht für den Autoverkehr nur außen herum über eine Ringstraße. So dauert es mit dem Auto immer länger und das Rad hat den Vorteil.
  • Rad- und PKW-Infrastruktur ist weitestmöglich getrennt. Da wo dies nicht geht, ist am Rand der Straße ein grauer schmaler Streifen für den PKW-Verkehr markiert. Für zu hohes Tempo fehlt hier der Platz.
  • Houten hat zwei Bahnhöfe. Hier gibt es bewachte und überdachte Parkplätze. Abstellanlagen finden sich auch an den Bushaltestellen auf der Ringstraße

Und das klappt?

  • Seit Jahrzehnten gib es keine Unfalltoten, die Wege sind sicher, auch für Kinder.
  • Die Schadstoffbelastung der Luft ist gering
  • Mehr als 60% der Wege in das Zentrum werden mit dem Rad zurückgelegt. Die Stadtstruktur macht es schlicht zum attraktivsten weil flottesten Verkehrsmittel.
  • PKW von Stadtbesucher*innen parken in Parkhäusern am Innenstadtring, die ersten 2 Stunden sogar gratis. Das lockt viele auch zum Einkaufen in die Stadt. Der Einzelhandel profitiert. Also keine reine "Wohnstadt für Pendler*innen".

Oldenburg gibt es aber doch schon...

Auch das Houtener Verkehrskonzept lässt sich nicht 1:1 auf Oldenburg übertragen. Schließlich wollen wir Oldenburg nicht erneut vom Reißbrett aus anlegen. Was Oldenburg aber lernen kann ist, dass der Grundsatz funktioniert: Wird gleichzeitig der Radverkehr gut gestellt und der PKW eingeschränkt, steigen viele Menschen um: Vom Vier- auf das Zweirad. Eine hochwertige Radinfrastruktur ist teuer, aber für einen Autofilter braucht es nicht viel: Ein paar Poller reichen.

Und wenn Oldenburg mal ein engmaschiges Radroutennetz mit Vorrang erhält, liefert Houten ein gutes Beispiel für eine einfache und übersichtliche Ausschilderung. 

Quellen:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/plan-b-wo-das-auto-nur-noch-gast-ist-die-niederlande-denken-verkehr-anders-100.html

https://www.houten.nl/burgers/verkeer-en-vervoer/fietsen1/fietsnet-en-routes/
https://www.houten.nl/burgers/verkeer-en-vervoer/fietsen1/veilig-fietsen/
(übersetzt mit https://www.google.com/search?q=google+translate)

https://www.deutschlandfunkkultur.de/houten-in-den-niederlanden-die-autofreie-modellstadt.976.de.html?dram:article_id=400037

https://de.wikipedia.org/wiki/Houten