Kekse

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Die Stadt zu Fuß

http://www.pontevedra.eu/movete/intermodes/intermodes-metrominuto

Pontevedra zählt ca. 80.000 Einwohner*innen und liegt in Galicien im Nordwesten Spaniens. Sie ist unsere aktuelle Vorzeige-Fußgänger*innenstadt. Hier in Stichworten, was Pontevedra ausmacht:

Vorweg ein Fimtipp: https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/spanien-pontevedra-paradies-fuer-fuessgaenger-video-100.html

Historie und Konzept

  • seit 1999 ist Miguel Anxo Fernández Lores Bürgermeister der Stadt. Er erkannte das zentrale Entwicklungshemmnis: Den Autoverkehr. Mitte der Neunziger hatten damals rund 70.000 Einwohner*innen fast 50.000 PKW
  • Zum Start seiner Amtszeit machte er das Zentrum zu Fußgängerzone (Zack!). Der Einzelhandel protestierte nicht lange, die Umsatzsteigerungen kamen prompt.
  • Mit der Strategie Namens "metrominuto" wurde die "pedestrianization" (die Verfußgängerung) beschlossen: Vorrang hat der Fußverkehr, dann kommt das Rad und dann erst das Auto. Alle - vor allem auch Kinder - sollen den gesamten öffentlichen Raum zu Fuß nutzen können
  • Getreu dem Motto, wenn ich meinen Kühlschrank nicht auf die Straße stellen darf, wieso dann mein Auto, wurde das Parken im Innenstadtbereich auf 10-15 Minuten begrenzt. Die Strafe bei Überschreitung liegt bei 200 Euro. Die Polizei kontrolliert parkende Autos mit einem speziellen Auto, dass mit einer Kamera Nummernschilder erfasst und in Schleifen die Stadt durchkreuzt.
  • Fußwege wurden verbreitert, der Straßenraum für Autos wurde verengt und die mögliche Geschwindigkeit mit Schwellen reduziert - außerdem herrscht in der gesamten Stadt seit 2010 ein Tempolimit von 30 km/h.
  • Im Zentrum fahren nur noch Anwohner*innen, Lieferverkehre und der ÖPNV, hier braucht es keine Ampeln und Schilder mehr.
  • Die Karte "metrominuto" zeigt alle zentralen Orte sind in kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen
  • Für Einpendelnde und Stadtbewohner*innen stehen am Stadtrand große Parkplätze (ca. 15.000 Stellplätze, davon rund 2/3 kostenfrei) zur Verfügung. Von dort kommt man in 10 Minuten zu Fuß oder mit kostenfreien Kleinbussen in die Stadt oder zum Bahnhof
  • gesonderte Radwege gibt es nicht, der Radverkehrsanteil ist gering und durch die Tempo-30 Regelung ist Radfahren auf der "Auto"-Straße wohl möglich.
  • Es gab viel Öffentlichkeitsarbeit: "So kurz sind die Wege zu Fuß!" und ein besonderer Augenmerk liegt auf der Verkehrserziehung von Kindern (Lotsen, etc...)

Erfolge:

  • Steigerung des Fuß- und Radverkehranteils auf 65 %
  • Reduktion der CO2-Emissionen um 70 %
  • der Verkehr ist jetzt sicher(er): Seit 2007 gab es im Zentrum keine [keine!] Verkehrstoten oder Schwerverletzten mehr, zwischen 1999 und 2006 waren es 30.
  • 71% der Kinder gehen allein zur Schule (keine Helikopterelterntaxis)
  • der Einzelhandel profitiert, es wird flaniert / Der Handel blieb in der Innenstadt und zog nicht auf die grüne Wiese!
  • freie Plätze wurden bepflanzt, Spielplätze entstanden
  • die Stadt wächst wieder - und kontinuierlich!
  • der (Fuß-)Verkehr ist komfortabel, schnell und stressfrei
  • ein Gewinn für die Umwelt, das Klima und die Lebensqualität
  • Miguel Anxo Fernández Lores wurde wiederholt wiedergewählt. Er ist seit 1999 im Amt.

Quellen: