Kekse

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Schulen freipollern

Das Phänomen Elterntaxi in aller Kürze (... oder zur Einstimmung die Problemdarstellung von extra 3 ansehen):

  • Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule.
  • Sie gefährden damit massiv andere und die eigenen Kinder.
  • Den chauffierten Kindern werden wichtige Entwicklungschancen genommen > ganz wichtig!
  • Es entstehen in der Summe hohe Emissionen.

Wir beschreiben weiter unten die vielen Probleme durch Elterntaxen und verschiedene Lösungsansätze. Da letztere sehr aufwändig sind und mit jedem neuen Jahrgang immer wieder aufs Neue erforderlich werden, möchten wir vorweg einen weiteren (und konsequenten) Lösungsansatz ergänzen: Die Schulen freipollern!

Etwas weniger technisch, aber im selben Sinn wurden in Wien die Schulstraße etabliert, copy > paste!

Die temporäre Fußgänger*innenzone

Schulen freipollern
zum Vergrößern drauf klicken
  • Im Umkreis von mind. 250 m um die (Grund-)Schulstandorte werden versenkbare Poller eingerichtet. Die Distanz haben wir den Empfehlungen der Fachwelt zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen abgeleitet.
  • Die Poller gehen morgens und mittags je ca. 30 Minuten vor und nach Schulbeginn und Schulschluss hoch.
    • also bei Schulbeginn um 8:00 Uhr von 7:30 Uhr bis mind. 8:15 Uhr
    • und bei Schulschluss um 12:45 Uhr von 11:15 - 13:15 Uhr.
  • Alle Anwohner*innen, Lehrer*innen sowie Not- und Versorgungsfahrzeuge erhalten einen Sensor oder eine Fernbedienung für die Poller.

Im Ergebnis erwarten wir im schlechtesten Fall nur eine Verkehrsverschiebung um 300 m und eine bessere Verteilung auf mehrere Zuwegungen. Das wäre schon mal ein großer Gewinn für die Kinder (s. Entwicklungschancen). Im besten Fall führt das zu einem Umdenken und Elterntaxis bleiben zu Hause bzw. fahren nicht auf dem Weg zur Arbeit an der Schule vorbei.

Problem Elterntaxi

Mit Elterntaxis werden Autos von Eltern bezeichnet, mit denen Kinder zur Schule gebracht werden. Es entstehen eine Reihe von erheblichen Problemen, die wichtigsten zu erst:

  • Kinder werden in Ihrer Entwicklung massiv eingeschränkt! Der tägliche Schulweg zu Fuß, idealerweise selbstständig und ohne Begleitung durch Erwachsene, fördert den Orientierungssinn, Gesundheit und Motorik, die kognitive Entwicklung und Aufmerksamkeit und vor allem das Selbstbewusstsein - wer möchte das dem eigenen Kind vorenthalten? Werden Kinder immer gefahren und begleitet, fehlt später ein Baustein in ihrer Mobilitätskarriere, sie steigen sozusagen aus der Wiege ins Auto.
  • Sicherheit: Ein zentraler Grund für Elterntaxi-Eltern ist die Sicherheit der Kinder - absurderweise sorgen sie aber mit dem eigenen Verhalten genau für das Gegenteil: Der Schulweg wird für die anderen und die eigenen Kinder unsicherer. Es ist gefährlicher für die Kinder gefahren zu werden, als wenn sie zu Fuß gehen (s. ADAC-Studie).
  • Insbesondere Grundschulen starten und enden immer zur selben Zeit. Weil der Verkehrsraum nicht für die Verkehrsspitzen um 8:00 Uhr und 13:00 Uhr ausgelegt ist, werden zentrale Regeln missachtet: Wendemanöver auf enger Straße, Gehwege werden zugeparkt und andere gezwungen auf die Fahrbahn auszuweichen, Kinder werden zur Fahrbahn hin oder auf der falschen Seite herausgelassen und überqueren die dann stark befahrenen Straßen. Durch die haltenden Autos werden Sichträume zugestellt, was (kleine) Kinder maßgeblich in ihrer Sicherheit gefährdet. Feuerwehrzufahrten werden blockiert, ... Die "Vorbildfunktion" vieler Elterntaxipilot*innen ist erbärmlich.
  • Umwelt: Jeder PKW-Kilometer verursacht durchschnittlich ca. 100-120 Gramm CO2 (Quelle Statista). Bei 200 Schultagen im Jahr und einem angenommenen Schulweg von 3km (= 6 km hin und zurück) macht das 120-140 kg pro Jahr und jedem Elterntaxi!
  • Stress und Ignoranz: Ordnungsrechtliche Maßnahmen (Knöllchen) oder auch "nur" die Ansprache ist hoffnungslos. Ignoranz, offenes Unverständnis oder mannigfaltige Ausreden für diese eine Ausnahme zeugen von keinerlei Einsicht (wer das nicht glaubt, einfach mal probieren). Lehrer*innen klagen über zugeparkte Schulparkplätze (warum kommen sie auch nicht mit dem Rad?).

Elterntaxen sind also kein kleines Problem, nicht auf einzelne Schulen begrenzt und mit erheblichen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen verbunden. Elterntaxen rufen bereits Schüler*innendemonstrationen hervor (s. Berichte Süddeutsche Zeitung / Bericht Merkur).

Viele Ansätze gegen das Elterntaxi

Natürlich gibt es planerische Regeln und Empfehlungen zur Schulwegsicherheit:

Und auch Schulen, Ordnungsämter, Polizei, Verkehrswachten, der ADAC und Unfallversicherer haben Programme gegen Elterntaxen aufgelegt:

  • Das Ordnungsrecht und Infokampagnen: Polizisten stehen zum Schuljahresstart vor Schulen, Knöllchen werden verteilt, Banner aufgehängt.
    > Gut für alle die aufs Recht pochen - nur bringt das leider Nichts, sagen alle, sieht man auch.
  • "Der Fußgängerprofi" ist Unterrichtsmaterial für die 1-3 Klassen, mit dem Elterntaxis entgegengewirkt werden soll. Entwickelt wurde dies vom Land Niedersachsen (Wirtschafts-, Kultus- und Innenministerium) zusammen mit diversen Kooperationspartnern. Ein Ansatz ist ein Belohnungssystem, Schüler*innen sammeln für Fußwege Punkte und sollen dadurch auf ihre Eltern einwirken, sie nicht mit dem Auto zu bringen (Multiplikation). In NRW (und sicher auch anderswo) gibt es ein ähnliches Programm, "Die Verkehrszähmer".
    Für Lehrer*innen gibt auch die Broschüre „Elterntaxis - Was tun gegen dicke Luft vor der Schule?“ von der Niedersächsischen Landesschulbehörde und der Klimaschutz­ und Energieagentur Niedersachsen einen sehr guten Überblick zum Thema und Ansätze für den Unterricht (wie Peer-Learning).
    > Gut für Lehrer*innen, die sich auch noch diese Elternhausaufgabe ans Bein binden (Danke dafür!)
  • Der ADAC bringt den Leitfaden "Hol- und Bringverkehr an Grundschulen" heraus. Mit Hintergrundinfos, Checklisten, ... und der Empfehlung, in mind. 250 m Entfernung zur Schule Elternhaltestellen (Hol- und Bringzonen = Parkplätze mit Schild) einzurichten. Ab hier sollen Eltern ihre Kinder dann zu Fuß gehen lassen.
    > Gut für die Aufmerksamkeit, entzerrt den Verkehr vor dem Schultor, nicht mal eben umzusetzen.
  • Unter dem Titel Schulexpress etablieren sich gerade sogenannte Laufbusse (walking bus). Dabei handelt es sich um festgelegte Fußwegrouten zur Schule samt Treffpunkten ("Haltestellen", oft mit H-Schild!). Hier können Kinder gemeinsam zu Fuß gehen - teilweise (zu Beginn) auch mit Begleitung von Erwachsenen.
    > Gut für Eltern, die Ihre Kinder nicht allein / unbegleitet gehen lassen wollen.
  • "Schulwegpläne leichtgemacht": Die bast (Bundesanstalt für Straßenwesen) gibt einen Leitfaden zur Erstellung von Schulwegplänen heraus. Schulwegpläne enthalten für das Einzugsgebiet Routenemfehlungen und Gefahrenpunkte.
    > Gut für alle, die ihr Viertel zu Fuß nicht kennen.
  • Der GUVH (Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover) - nicht für OL zuständig - hat neuerdings ein Förderprogramm mit dem Namen "Gemeinsam für die Schulwegsicherheit". Landkreise und kreisfreie Städte erhalten pro Jahr bis zu 5.000 Euro (max. 3x) für die Organisation eines Arbeitskreises aller Beteiligten zur Schulwegsicherheit. Die Motivation der Versicherer: Weniger Unfälle, weniger Kosten.
    > Gut für die Vernetzung, gut für die Problembenennung, gut für Kommunen.

... und es gibt sicher noch mehr...